Wir haben gefragt…

Vor einigen Tagen haben wir in unserer Gemeinde entschieden, dass wir am 10. Mai mit Gottesdiensten starten wollen. Die Auflagen sind enorm und nicht leicht wegzustecken. So war es mir wichtig, ein Stimmungsbild zu bekommen, ob unsere Beobachtungen „ohne reale Kontakte“ mit dem übereinstimmen, was wir zu erwarten haben.

Knapp über ein Drittel möchte kommen, aber…

Bevor wir zur Auswertung unserer Umfrage kommen, muss an dieser Stelle der Hinweis kommen, dass die Zahlen natürlich nicht repräsentativ sind. Bitte – das geht an die Externen – geht also nicht davon aus, dass unsere Zahlen für irgendeine Statistik genutzt werden können!

Wir haben eine kleine Online-Umfrage gemacht. Es ergibt sich allerdings eher ein Stimmungsbild. Da man mehrfach teilnehmen konnte und die Zielgruppe nicht eindeutig fixiert war, können wir keine eindeutigen Zahlen liefern. Das ist aber auch vollkommen in Ordnung, das habe ich so gewollt.

Knapp ein Drittel möchte kommen…

Von denjenigen, die sich beteiligt haben, möchte knapp über ein Drittel in unsere geplanten Gottesdienste kommen. Damit werden unsere Kapazitäten also ausreichen und wir können froh weiterplanen. Wir freuen uns, endlich wieder ein kleines Stück Gemeinschaft zu erleben, auch wenn der Anteil von emotionaler Nähe wohl geringer nicht sein könnte…

Aber…

Bisher haben sich noch nicht ausreichend Mitarbeiter für die kommenden Veranstaltungen gemeldet. Gerade im technischen Bereich müssen wir mit deutlichen Qualitätseinbußen zu den bisherigen Online-Andachten rechnen… Das ist selbstverständlich nicht schlimm. Jesu Botschaft braucht nicht immer das schönste Gewand. Vielleicht fühlst du dich aber an diesem Punkt trotzdem nochmal ein wenig motiviert…

Die besten Strategien für geistliches Leben: Menschen anrufen, Videokonferenzen und Stille Zeit!

Das haben die Befragten deutlich gesagt. Von meiner Seite aus kann ich dir berichten, dass es tatsächlich so ist. In Krisenzeiten tragen mich Lieder und Predigten, selbstverständlich. Viel mehr trägt mich aber der persönliche Kontakt mit meinen Lieben und meine Zeit mit Gott allein.

Eine wichtige Erkenntnis: Stille Zeit allein reicht nicht aus! Es braucht andere Menschen. Es braucht Gemeinde. Nur gemeinsam sind wir das Haus Gottes, erbaut aus lebendigen Steinen.

Bewährt haben sich in den vergangenen Tagen für mich persönlich Videokonferenzen und Telefonate. Es gibt kaum eine freie Minute unter der Woche, in der ich nicht in der heißen Leitung hänge, somit muss ich mir meine Stille Zeit detailliert in den Tagesplan schreiben… Besonders hilfreich war für mich persönlich, dass Gott ein Mitglied unserer Gemeinde beauftragt hat, mir jeden Tag einen persönlich ausgewählten Bibelvers zu senden. Danke dafür!

Weitere Anmerkungen:

In der Umfrage war ein Feld vorgesehen, welches gewissermaßen ideal für jeglichen Frust geeignet war. Man konnte aus der Anonymität endlich mal alles von der Seele schreiben. Das haben auch einige wenige in Anspruch genommen. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mehr Entgleisungen nach sechs Wochen Coronaisolation erwartet. Den Befragten geht es offenbar recht gut.

Neben den wenigen kritischen Geistern freue ich mich über eine Vielzahl positiver und wertschätzender Nachrichten. Danke für eure Verbundenheit! In den vergangenen Wochen haben sich viele Menschen unserer Gemeinde über Briefe, Postkarten, Zoomkonferenzen und WhatsApp-Gruppen vernetzt. Die Mädchenjungschar hat tolle Wege für die Arbeit gefunden. Auch unsere Schaukästen wurden passend gestaltet und die Jugendarbeit – soweit es ging – per Videokonferenz, Instagram, WhatsApp und Snapchat angeboten.  

Einige Sorgen gibt es bezüglich der Hygienemaßnahmen und Auflagen in den kommenden Gottesdiensten. Bisher traf ich allerdings keine Person, die mit ihrer Mund-Nase-Bedeckung ein glückliches Leben führt. Das wird auch im Gottesdienst so sein. An den Vorgaben kommen wir leider nicht vorbei.

Mein Fazit

Die Ergebnisse, sofern man sie so bezeichnen kann, liefern ein Bild, wie ich es persönlich erwartet habe. Mit einem Teil der Gemeinde werden wir uns zukünftig in live sehen. Viele andere werden aber nach wie vor zuhause bleiben. Beides ist gut und richtig.

Ich wünsche mir sehr, dass wir immer wieder Möglichkeiten finden, weiterhin als Gemeinde sehr nah beisammen zu bleiben. Eine Lösung wäre der sonntägliche Livestream. Wir kennen ihn seit über einem halben Jahr, nutzten ihn aber bisher nur wenig. Hier Kraft und Zeit zu investieren, könnte sich aus meiner Sicht sehr lohnen…

Simon Birr