Wenn du bei mir bist!

In einem Krankenhaus musste ein kleiner Junge operiert werden. Gut, dass sein Vater bei ihm war. Vertrauensvoll sah der Kleine ihn vom Operationstisch aus an und sagte: „Papa, wenn du bei mir bist, dann habe ich keine Angst!“ „Ich werde bei dir bleiben“, versprach der Vater.

Mit Erlaubnis des Arztes nahm der Vater im Operationssaal Platz und hielt die Hand seines geliebten Sohnes. Als die Narkose bereits zu wirken begann, fragte der kleine Kerl: „Papa, bist du noch da?“ „Ja, mein Kind“, antwortete der Angesprochene.

Die Narkose wirkte und der Junge schlief. Der operierende Arzt wandte sich an den Vater mit der Bitte: „Jetzt können Sie gehen, der Junge bekommt nichts mehr mit!“ „Ich bleibe, Herr Doktor, wie ich es meinem Sohn versprochen habe“ war die klare Antwort des Vaters. Nach einem kurzen Wortwechsel mit dem Arzt erklärte sich dieser einverstanden und begann mit der Operation. Der Vater blieb wie versprochen im Operationssaal bei seinem Jungen. Der Arzt führte mit die OP medizinischem Geschick zu einem guten Ende. Als der Junge aus der Narkose erwachte, hielt der Vater noch immer seine Hand. Da lächelte der Kleine beglückt und sagte: „Papa, du bist noch da …!“

Wenn du bei mir bist! Diese kleine Geschichte will uns zum Gleichnis werden. So wie der Vater bei seinem Kind blieb, so ist Gott bei denen, die sich ihm anvertrauen. Auch wenn es Zeiten und Stunden gibt, in denen sie von der Nähe und Gegenwart Gottes nichts spüren – wie der Kleine in der Narkose – so dürfen sie sich dessen gewiss sein, dass Gott da ist. Gott, der Vater im Himmel, ist der feste Halt, auf den Verlass ist. Gott ist da und er ist bei uns – in guten und in schwierigen Zeiten.

Gott ist da. Das hat er an vielen Stellen seines Wortes versprochen und viele Menschen können aus ihrem eigenen Erleben die Gültigkeit dieser Zusage bezeugen.

Es ist gut, wenn wir unseren Halt in Gott wissen und getrost und gelassen in dem Auf und Ab unseres Lebens immer wieder neu entdecken, wie beglückend das ist: „Wenn du bei mir bist!“

Heinz Gimbel