Welches ist das wichtigste Gebot?

Diese Frage ist unserem Herrn auch einmal gestellt worden (Mk 12, 28 ff)… – „Die Liebe, natürlich! Zu Gott und zum Nächsten“ werden die meisten bei dieser Frage denken. Und das ist auch genau richtig! Die Bibel, das geschriebene Wort Gottes, spricht allein im Neuen Testament 357 ! mal von ihr! Ist uns das bewusst, wie wichtig, es unserem Gott ist, dass wir Ihn lieben und liebevoll miteinander umgehen?

Allein der Satz „Du sollst deinen Nächsten (Mitmenschen) lieben wie dich selbst.“ steht mindestens acht mal in der Bibel! *) – Diese Aufforderung setzt voraus, dass wir uns zunächst selbst lieben müssen. In unserer Gesellschaft scheint das allerdings verpönt zu sein: „Eigenlob stinkt!“ sagen oder hören wir manchmal. Vielleicht würde es dem einen oder anderen aber ganz gut tun, sich hin und wieder selbst zu loben! Wir sind doch Gottes geliebte Kinder, wie in Epheser 5, 1 ff steht: „Nehmt also Gott zum Vorbild! Ihr seid doch seine geliebten Kinder! Euer ganzes Leben soll von der Liebe bestimmt sein. Denkt daran, wie Christus uns geliebt und sein Leben für uns gegeben hat,… “ – Aber wir merken auch an diesem zweiten Vers, bei der Selbstliebe sollen wir nicht stehen bleiben! Wir sollen einander lieben! (In reiner Liebe natürlich.)

Jesus sagt uns z. B.: „An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ (Joh 13,35) Verhalten wir uns tatsächlich so, dass wir im wertschätzenden, liebevollen Umgang miteinander auffallen und den Nichtchristen ein Vorbild sind?
Natürlich: Wir sollen sogar „unsere Feinde lieben“ (Luk 6,35), aber was, wenn uns das nicht mal bei unseren ‚Geschwistern im Glauben‘ gelingt? Oder wir uns zumindest lieblos verhalten? Was kann das auslösen? Verletzungen, Streit, Fernbleiben – vielleicht sogar Austritt aus der Gemeinde! Das sollte uns vor Augen stehen, wenn wir beispielsweise scharfe Kritik anbringen!

Aber was, wenn‘ s passiert ist: ein schiefer Blick, ein unbedachtes Wort? – Dann können wir uns doch entschuldigen! Je eher desto besser! Bestimmt ist das nicht immer leicht, aber das ist der beste Weg. Ich wünsche mir und Dir den Mut für den ersten Schritt!
Ebenso wie Jesus uns immer wieder vergibt, wenn wir darum bitten, sollten wir auch dem Bruder oder der Schwester verzeihen und ihn oder sie wieder annehmen!

In 1. Joh 4,20 steht sogar geschrieben: ,Sollte nun jemand behaupten: „Ich liebe Gott“, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hassen, dann ist er ein Lügner. Wenn er schon seine Geschwister nicht liebt, die er sehen kann, wie will er dann Gott lieben, den er nicht sieht?‘ – OK, die Geschwister hassen, das tun (hoffentlich) die wenigsten, aber wie sollen wir uns denn nun lieben? Darauf antwortet Jesus: „… So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben.“ (Joh 13,34) Und wie hat ER uns denn geliebt? Jesus liebt uns so sehr, dass ER für uns  GESTORBEN  ist!!! (siehe oben, Eph 5) So sehr sollen wir uns lieben!!!

Auch Philipper 2, 3-4 ist hier weiterführend: „Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre sollen euer Handeln bestimmen. Im Gegenteil, seid bescheiden, und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern habt das Wohl der anderen im Auge.“

Herr, hilf uns bitte, dass wir sensibler im Umgang mit dem Bruder oder der Schwester werden und uns an Deiner Liebe immer mehr ein Beispiel nehmen!

*) 3.Mose 19,18; Mt 19,19 u. 22,39; Mk 12,31; Lk 10,27; Röm 13,9-10; Gal 5,14; Jak 2,8

Monja Kutschker