Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

Corona brachte Einsamkeit,
Abstand und Desinfektion,
Bleibt Zuhause in dieser Zeit,
die Infektionszahlen steigen schon.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Weihnachtsmärkte und -feiern abgesagt,
Weihnachtsshopping über Amazon,
an manch einem der Zweifel nagt,
da klingelt der Postbote schon.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Trotz offener Fragen
fällt Weihnachten nicht aus!
In diesen Tagen
fühl ich mich in Jesu´Liebe Zuhaus!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Jesus kam auf unsre Erde,
machte sich ganz klein;
bei den Hirten und der Herde,
leuchtet heller Schein.

Joseph von Eichendorff abwechselnd mit Iris Sterzik