Weihnachten

Weihnachten ist ja soo romantisch!

Herrlich! Endlich ist es soweit. Weihnachten ist da! Die Kerzen brennen. Das Essen ist bereits vorbereitet. Später wird es so richtig gemütlich. Die Geschenke liegen unterm Baum. Einige liebe Menschen sind da – und dann feiern wir gemeinsam das Fest der Liebe.

Ist es nicht schön, dass wir jedes Jahr dieses Fest feiern können – selbst heute? Ist das nicht der pure Ausdruck von Gemütlichkeit und Besinnlichkeit? Wie sieht es bei euch aus? Gibt es da auch dieses eine besondere Weihnachtsessen? Und dann die verschiedensten Traditionen, wir die Geschenke überreicht werden? Gibt es bei euch vielleicht noch den Brauch, dass ein Gedicht und ein Lied vorgetragen wird?

Das ist das ganz Besondere an Weihnachten. Das ist auch ganz wichtig an Weihnachten. Bräuche und Traditionen, die in aufgewühlten Zeiten ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Wir feiern das Fest der Liebe. Das Fest, an dem man manche Streitereien und Schwierigkeiten, manchen Stress und manche Unannehmlichkeit einfach mal bei Seite schieben kann – und diese wundersame Geburt in den Mittelpunkt rückt.

Ich möchte dich einladen, jetzt noch weiter in die Geschichte einzutauchen. In einem gemütlichen Stall im Stroh liegt dieses strahlende, blonde Kindchen. Alles scheint in bester Ordnung zu sein. Es scheint einer der gemütlichsten Abende des gesamten Jahres zu werden.

Wobei… War es denn damals wirklich so romantisch? Wenn wir ehrlich sind, ist die ganze Ruhe und die ganze Romantik an Weihnachten doch nur die eine Seite der Medaille…

Weihnachten ist dreckig.

Weihnachten ist nicht nur romantisch und schön. Weihnachten ist eigentlich eine dreckige Situation. Schauen wir uns doch einmal an, was da wirklich gewesen ist. Nehmen wir mal unsere rosarote Brille ab und schauen in diesen „Stall“:

Da sitzt ein junges Mädchen, vielleicht 14 Jahre alt und hat ihren unehelichen Sohn zur Welt gebracht. Alleine schon eine Geburt ist nicht die sauberste Sache, die wir uns vorstellen können. Und dann wird dieses Kind auch noch in eine Futterkrippe gelegt. Kein romantisches Himmelbettchen. Kein Daunenfedernbett. Ein Futtertrog voll mit Essensresten und Eselsabber. Wir müssen einfach ehrlich sein: Wenn es damals schon ein Jugendamt gegeben hätte, wäre dieses Kind sofort einkassiert worden. Es hätte keine einzige Nacht mit diesen Eltern verbracht. Es waren unwürdige Zustände!

Genau das ist aber auch Weihnachten. Das ist das echt Weihnachten. Das ist das originale Weihnachten. Das ist vielleicht auch das Weihnachten, das dich heute erwartet.

Vielleicht ist bei dir zuhause nicht alles perfekt. Vielleicht steht kein besonderes Essen auf dem Tisch. Vielleicht bist zu ganz alleine. Vielleicht musst du dich auch mit Menschen abgeben, die du überhaupt nicht leiden kannst. Vielleicht musst du wieder sehen, wie alle anderen nur tolle und schöne Geschenke bekommen und du selbst fühlst dich einfach übergangen. Vielleicht kannst du den ganzen Stress deines Alltags, die Dinge, die dich beschäftigen, überhaupt nicht ablegen und plötzlich auf Friede, Freude, Eierkuchen tun.

Das musst du auch nicht. Weihnachten ist ein Fest, welches mitten im Leben startet. Es ist in erster Linie überhaupt nicht so romantisch. Es geht hier auch nicht darum, eine Kerze nach der anderen anzuzünden.

Es geht vielmehr darum, dass dieses kleine Jesuskind in unsere Welt, in deine Welt kommt. Er kommt in deine Welt, die eben nicht nur wundervoll, gesund und perfekt ist. Er kommt in deine Welt, die an mancher Stelle vielleicht zerbrochen ist, die an mancher Stelle dreckig ist, die an mancher Stelle einfach unansehnlich ist – und es möchte dir in dieser Welt begegnen.

Jesus begegnet auch sofort ganz besonderen Menschen – es kommen nämlich einige Hirten zu Besuch… 

Die Hirten

Die Hirten waren ganz schön verrückte Typen. Das waren kaputte Existenzen. Die Hirten waren eben nicht Schäfer Heinrich und seine Freunde. Sie saßen nicht gemütlich am Lagerfeuer, sagen fröhliche Lieder und schmusten mit einem Schaf nach dem anderen. Sie waren auch ganz sicher keine frommen Menschen, die regelmäßig gebetet hätten oder sonst irgendeinen Gottesdienst besucht hätten. Ein Hirte war damals ganz am Rande der Gesellschaft. Ein Hirte hatte nichts. Mit einem Hirten sprach man auch nicht. Hirten waren damals nicht die Besitzer von vielen Tieren. Die Hirten waren diejenigen, die in den Dörfen und Städten keine Jobs bekamen, weil niemand etwas mit ihnen zu tun haben wollte. Sie hatten also nur die eine Möglichkeit, um Geld zu verdienen – sie mussten auf die Schafe der reichen Leute draußen auf den Feldern aufpassen. Die Hirten waren die Leute, die Probleme machten und die Probleme hatten.

Vielleicht kennst du ja solche Menschen. Vielleicht kennst du solche Menschen, die ganz am Rande stehen. Solche Menschen, die überhaupt niemand mag, solche Menschen, mit denen auf jeden Fall Du auf keinen Fall etwas zu tun haben willst. Vielleicht sitzt ein solcher Mensch ja sogar nachher mit dir am Weihnachtsbaum. Vielleicht musst du dann den Anblick dieses Menschen, sein falsches Lächeln, seine lächerlichen Worte ertragen und ärgerst dich jetzt schon darüber.

Stell dir vor: An Weihnachten rückt genau dieser Mensch in den Mittelpunkt. Die Abgestoßenen, die Unbeliebten, die Hirten sind es, die als erstes von der Geburt des Kindes hörten. Sie bekommen die Nachricht, dass für sie der „Retter“ geboren ist. Der Engel sagt ihnen quasi: Hey Jungs – hört mal her! Da ist jemand in eure Welt gekommen. Da ist jemand, der kann euer Leben radikal verändern. Für die Hirten war der Geburtsort von Jesus jetzt ein echter Vorteil. In ein Hotel oder eine Jugendherberge wären sie ja niemals eingelassen worden. Aber ein Stall – der verschaffte ihnen schon einen gewissen Heimvorteil. Da würde niemand etwas dagegen haben, wenn sie dort einmal vorbei blicken würden. Jesus war in genau ihre Welt gekommen. Sie machten sich auf, um dieses Kind zu sehen.

Die Botschaft:

Jesus kommt in unsere Welt. Mit diesem Kind kam Gott selbst zu dir – mitten in dein Leben. Jesus hätte es viel einfacher haben können. Er hätte als Königssohn in einem der großen Häuser der damaligen Zeit in diese Welt kommen können. Er hätte im Geld schwimmen können und die gesamte Macht an sich reißen können. 

Er tat dies aber nicht. Jesus hatte kein Interesse daran, Macht oder Geld zu besitzen. Er hatte nur ein einziges Interesse: Die Menschen. DICH! Deswegen begab er sich an den untersten Ort der Gesellschaft. Nicht nur dass er als unehelich gezeugtes Kind auf die Welt kommt – er wird auch noch in einem Stall geboren. Er ist an Weihnachten ganz unten.

So zeigt sich für uns die krasse Botschaft von Weihnachten. 

Jesus kennt dein Leben. Er hat es selbst durchlebt. Er hat einen Lebenslauf mit vielen schwierigen Stationen hinter sich. Er weiß, wie es ist, wenn du morgens aufstehen musst, um Geld zu verdienen. Er weiß, wie es ist, wenn du dich von allen Freunden verlassen fühlst. Er weiß, wie es ist, wenn es in der Familie Unstimmigkeiten gibt. Er hat äußerste Einsamkeit persönlich kennengelernt. Jesus kennt deine Welt.

Und: Jesus kommt in deine Welt. Das ist Weihnahten. Das feiern wir heute. Jesus kommt. Und er kommt nicht, um ein tolles Fest der Geschenke anzustoßen. Er kommt, weil er Interesse an dir hat. 

Weihnachten ist eben viel mehr, als Romantik und tolle Atmosphäre. Weihnachten ist mehr, als Geschenke, leckeres Essen und teurer Wein. Weihnachten hat etwas mit unserem, mit deinem persönlichen Leben zu tun.

Hast du auf die Weihnachtsbotschaft schon mal so auf dich wirken lassen? Ich möchte noch mal betonen: Ich finde es gut, wenn wir zu Weihnachten erst mal zur Ruhe kommen. Ich finde es gut, wenn wir erst mal ein wenig chillen können. Ich finde es auch gut, dass wir uns Geschenke überreichen und einen leckeren Tisch gedeckt haben. Ich freue mich schon sehr darauf.

Die besondere Frage an dich dreht sich aber nicht um all das. Die Frage lautet vielmehr: Was machst du mit diesem Kind in dem Futtertrog?

Was wäre, wenn dieses Kind wirklich in deine Welt kommt? Könntest du dir vorstellen, mit diesem Kind in deinem Leben etwas anzufangen?

Ich wünsche dir, dass du diesen Gedanken heute mitnimmst, weil das eine Konsequenz nach sich zieht. Nee, Moment, Konsequenz hört sich immer so negativ an. Mein Vater hat immer von Konsequenzen geredet, wenn ich dummes Zeug gemacht hatte. „Das hat Konsequenzen mein Freund“ hat er dann immer gesagt. Ich meine aber nichts Schlimmes, nichts was dir schadet oder dein Leben in schlechter Weise beeinträchtigt.

Ich meine etwas Gutes, ich meine, dass diese gute, tolle, positive, sinnvolle Botschaft gute, tolle, positive, sinnvolle Auswirkungen, also Konsequenzen auf dein Leben haben könnte, nein, haben wird, vielleicht sogar haben muss.

Jesus liebt dich. Er will dein Leben begleiten. Nicht als ein Gott, der keine Ahnung von den Menschen hat, der oben im Himmel sitzt und zuguckt. Er will das tun, als ein Gott, der den Menschen durch und durch kennt. Der sogar das Leben der Menschen durchgemacht hat. Er ist der Gott, der fähig ist, eine ganz persönliche Beziehung mit uns einzugehen. Er will an unserem Leben teilhaben. Er will unser Leben begleiten und mit uns durch unser Leben gehen.

Ich möchte dich heute einladen, einen neuen Weg zu gehen. Ich möchte dich einladen, dir einen guten Vorsatz für das nächste Jahr zu nehmen. Ich möchte dich einladen, dieses Geschenk, dass Jesus in diese Welt kam, dass er Mensch wurde, heute ganz neu anzunehmen. Ich möchte dich einladen, heute einfach seine Hand zu ergreifen und in seiner Nähe durch dein Leben zu gehen.

Ja, das hat dann Konsequenzen. Das bedeutet dann, dass du nicht mehr alleine bist – und auch nicht mehr alles alleine entscheiden kannst. Du hast aber nicht irgendwen an deiner Seite. Du hast den allmächtigen Gott, der in Jesus Christus ein kleines Baby wurde und der dein Leben ganz genau kennt – der sogar deine innersten Beweggründe kennt – an deiner Seite.

Simon Birr