Warum Rassismus bescheuert ist

Was in den USA grade geschieht, ist schrecklich. Autos brennen, Menschen geraten aneinander. Aber vor allem: Georg Floyd, ein Afroamerikaner, wurde von einem weißen Polizisten getötet.

Die USA sind ein Land, das tief gespalten ist. Rassismus ist nicht erst seit gestern ein Problem. Schon Abraham Lincoln kämpfte 1861-1865 gegen die Abschaffung der Sklaverei. Die Südstaaten wollten diese unbedingt beibehalten. Noch heute sieht man die Flagge der Südstaaten als Zeichen des Rassismus. 

Rassismus in einem christlichen Land. Das ist leider keine Seltenheit. Auch in unseren evangelikalen Kreisen gibt es genug rassistisches Gedankengut. Bei uns in Deutschland vor allem gegen Flüchtlinge.

Ich zeige 3 Dinge auf, warum Rassismus grade aus christlicher Sicht jeglicher Logik entbehrt und einfach bescheuert ist:

Die Hautfarbe der biblischen Personen

In der Bibel wird selten von Hautfarben berichtet. Manchmal gibt es Betonungen, wenn jemand besonders dunkel war oder so. Aber sonst spielt die Hautfarbe keine Rolle. Ich persönlich stelle mir Jesus als weißen Mann vor. Auch wenn wir nicht wissen wie er aussah. Klar ist: Weiß wie wir war er nicht. Auch Abraham, David oder andere biblische Personen waren mit Sicherheit nicht weiß. Ein Großteil der Bibel spielt im Orient. Und dort sind die Menschen eben dunkelhäutig. Stellen wir uns mal einen waschechten Araber vor. Wohl eher so sah Jesus aus, als wir ihn uns vorstellen.

Wer als Christ rassistisch denkt, muss seine Bibel in die Tonne kloppen.

Einwanderungen

Aussagen wie „Mein Volk lebt schon immer hier in diesem Land“…stimmen einfach nicht. Jedes Volk kam irgendwoher. Völkerwanderungen gehören zur Geschichte unseres Planeten. Grade die USA sind ein Land, dass zum Großteil aus Einwanderern und deren Nachkommen besteht. Spanier, Briten, Franzosen, Deutsche. Ja, auch Deutsche sind millionenfach ausgewandert, waren Wirtschaftsflüchtlinge oder politische Flüchtlinge. Das machen nicht nur Nordafrikaner und Syrer heutzutage. Das ist so, und das war schon immer so. Egal welches Land betroffen war von Hunger oder Verfolgung, die Menschen wanderten aus. Anstatt die Menschen zu verurteilen und sie wegzuwünschen, sollten wir auf unsere eigene Geschichte schauen und barmherzig sein. Zwischen 1820 und 1920 wanderten fast Millionen Deutsche in die USA, nach Kanada oder Brasilien aus. 6 Millionen!

Die Menschen leben in der Welt. Und nicht nur in Ländern, deren Grenzen auf Landkarten von mächtigen Leuten gesteckt werden. Wir alle leben auf derselben Welt. Teilen wir und behüten sie gemeinsam.

Lives matter

So wichtig die „Black-Lives-Matter“ Bewegung ist, sie sollte eher heißen: „Lives matter“. Durch den Versuch, Rassismus abzuwenden, wird mit Begriffen gearbeitet, die wiederum andere Gruppen abwerten, anstatt allgemein zu bleiben: Das jedes Leben es wert ist. Damit ist bewusst eine Distanzierung von der Bewegung „All Lives matter“ verbunden. 

Die Bibel sagt klar, dass Gott jedes Leben erschaffen hat. Jeder Mensch ist sein wunderbares Geschöpf.

Gott ist dabei so vielfältig, dass er verschiedene Hautfarben, Nasenlängen, Ohrengrößen und alles Mögliche variiert. Keine einzige DNA stimmt mit einem anderen Menschen exakt überein. Jeder ist einzigartig. 

Denn jeder Mensch ist sein Geschöpf. Ob schwarz, ob weiß.

Alle Menschen sollten rassistischem Gedankengut die rote Karte zeigen.

Und besonders wir Christen sollten ihm entschieden entgegentreten, denn mit Gottes Wille und seinem Wort ist das definitiv nicht vereinbar.

Jonas Schultze