Umgedacht!

Die Welt wird immer schlechter!

So habe ich bis vor kurzem gedacht. Grade in frommen Kreisen geht man geradezu davon aus, dass sie schlechter wird, ja sogar schlechter werden muss.

Heute findest du zehn interessante Statistiken, die das Gegenteil beweisen. Denn die Welt wird nicht schlechter, sondern besser.

  1. Kindersterblichkeit

Der Anteil der Kinder, die vor dem 5. Lebensjahr sterben, lag im Jahr 1800 bei 44%. 2016 lag er bei 4 %.

Durch stark verbesserte medizinische Versorgung und Ernährung, sowie einem krassen Rückgang an Kinderarbeit ist diese Zahl um 40% gesunken.

Und dass die allermeisten Mütter eine Geburt unbeschadet überstehen und auch überleben, war bis vor einigen Jahrzehnten auch nicht selbstverständlich.

  1. Lesen und Schreiben

Der Anteil der Menschen, die um 1800 nicht lesen und schreiben konnten, lag bei 90 %. 9 von 10 Leuten konnten nicht lesen und schreiben. Bibel lesen, Briefe schreiben, ihren Kindern eine Geschichte vorlesen. Das alles war ihnen nicht möglich.

2016 sind es nur noch 14%, die Analphabeten sind. Die große Mehrheit der Menschheit kann Bücher lesen, Whatsapps schreiben und somit auch kommunizieren. Und vor allem: sich bilden, zur Schule gehen und somit höhere Chancen haben einen Beruf zu lernen.

  1. Wasserversorgung

Wer kennt die Bilder aus dem Fernsehen nicht: Hungernde Kinder, die kein sauberes Wasser haben. Ein schrecklicher Anblick und definitiv nach wie vor ein Grund zur Sorge, zum Mitgefühl und zum Handeln! 

Dennoch hatten vor genau 40 Jahren nur 58% der Menschheit sicheren Zugang zu Trinkwasser, während es heute 88% sind! Eine klare Verbesserung, durch die vielen Menschen das Leben gerettet wird.

  1. Demokratie

Ich kann mir nicht vorstellen, nicht in einer Demokratie zu leben. Und die meisten Menschen auf dieser Welt können es auch nicht. Vor 200 Jahren hatte genau 1% der Menschheit dieses Privileg. Heute sind es ungefähr 56%. Immer noch viel zu wenig meiner Meinung nach. Aber dennoch ein enormer Anstieg der Freiheit und damit verbundener Lebensqualität.

  1. Impfungen

Während einige Angst vor einer Impflicht haben, sollte man sich bewusst machen, dass im Jahr 1980 nur 22% aller Kinder wenigstens eine Impfung erhalten haben bis zum zweiten Lebensjahr.

2010 hingegen waren es 88%. 9 von 10 Kindern haben eine Impfung erhalten. 

Die Pocken sind in Europa mittlerweile ausgerottet! Die letzten großen Pockenepidemien traten in Deutschland 1870 (als Kriegsseuche im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71) und 1873 vor Einführung des Reichsimpfgesetzes 1874 auf. Während dieser Epidemien starben etwa 181.000 Menschen.

Zum Glück gibt es Impfungen!

  1. Kommunikation

1980 hatten grade mal 0,0003% der Menschheit ein Handy. Das ist so wenig, dass ich das nicht mal ausrechnen möchte. Heute haben 65% ein Handy. Man kann sich anrufen, miteinander reden, aber auch im Notfall immer jemanden erreichen. 

Einen Freund in Kanada zu sprechen, innerhalb von einer Minute, das ist doch Wahnsinn! Und auch die Corona-Krise ist so gut handhabbar, gerade weil wir so gut vernetzt sind.

  1. Kriegstote

Die Wenigsten von uns erinnern sich noch persönlich an den zweiten Weltkrieg. 50.000.000 Tote. Ein Inbegriff des Schreckens. Mehr muss man dazu nicht sagen. Die Zahl der Kriegstoten lag 1942, während des Krieges, bei 201 toten auf 100.000 Einwohner. Heute ist es eine Person (1!) auf 100.000. Jeder Einhunderttausendste von uns stirbt im Krieg. Das ist gewaltig. Gewaltig schön! Einer zu viel, keine Frage. Aber viel besser als früher. Frieden ist so viel häufiger geworden.

  1. Gleichberechtigung

Was heute immer noch ein Thema ist, war früher noch viel schlimmer als heute. 1893 gab es genau ein Land, dass Frauen den Gang zur Urne gestattete. Heute sind es 193 Länder von 194. 

  1. Zwangsarbeit

Um 1800 war es in 193 Ländern normal, dass man zur Zwangsarbeit rekrutiert werden konnte. Arbeiten gegen den eigenen Willen, und das sehr hart und schlecht bezahlt. Heute gibt es genau drei Länder, in denen das noch erlaubt ist. Wie schön, dass wir frei wählen können, wo wir arbeiten wollen!

  1.  Hunger in der Welt

Zum Schluss eines der meiner Meinung nach wichtigsten Dinge. Die weltweite Rate an unterernährten Menschen ist seit 1970 von 28% auf 11% im Jahr 2017 gesunken. Menschen helfen, die Armut in der Welt nimmt ab. Sie ist immer noch da, aber sie wird besser. Halleluja!

Fazit:

Ich glaube, die Welt wird nicht immer schlechter, sie wird besser. Natürlich wird es immer Böses, Ungerechtes und Trauriges geben. Aber der Satz „Früher war alles besser“ ist schlicht und einfach falsch. Menschen neigen dazu, das Gute zu vergessen und die Vergangenheit zu romantisieren, obwohl sie nicht besser war. Es gibt so viele gute Sachen, so viel guter Fortschritt, der diese Welt ein Stück besser macht. Dafür können wir dankbar sein. Umdenken lohnt sich!

Jonas Schultze

Zu den Statistiken in diesem Beitrag:
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-welt-wird-immer-besser-32-gute-nachrichten-15524076.html