Hausabendmahl am 6. September

„Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“
 1. Korinther 11,24b

Das Abendmahl ist etwas ganz Besonderes! Wirklich? Ja, das ist es! Abendmahl ist mehr, als nur ein Moment, in dem wir uns ganz speziell auf Gottes Erlösungswerk konzentrieren. Abendmahl ist auch mehr, als einfach nur ein altes Ritual.

Im Abendmahl erleben wir mit unseren Sinnen, was Jesus Christus für uns getan hat. Hier erleben wir auf eine ganz besondere Weise, wie er uns als seine Gemeinde miteinander verbindet und uns Hoffnung auf ein neues Leben schenkt. Wenn wir Brot und Kelch sehen, fühlen, riechen und schmecken, werden wir gemeinsam daran erinnert, dass Christus uns durch seinen Tod neues Leben ermöglicht.

Jesus Christus begegnet seinen Jüngern im Abendmahl ganz persönlich!

Alle diejenigen, die in einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus stehen, sind von ihm herzlich eingeladen, am Abendmahl teilzunehmen. Kein einziger Jünger Jesu ist angehalten, Brot und Kelch vorüber gehen zu lassen.

Paulus schreibt allerdings wenige Verse weiter auch: „Wer nun unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn.“ (1. Korinther 11,27) Worte, die über Jahrhunderte eine starke Prägung ausübten, auch auf unsere Frömmigkeit.

Eines muss man für die Auslegung aber sehen: Hier ist aber eindeutig die Art und Weise des Essens gemeint. Die griechischen Vokabeln sind eindeutiger, als die deutsche Übersetzung, hier steht ein Adverb, kein Adjektiv!

Paulus spricht nicht davon, dass man selbst besonders würdig sein müsse. Niemand kann vor Gott so würdig sein, als dass er oder sie das Abendmahl verdient hätte. Gott selbst erachtet uns als würdig und lädt uns gerne ein.

Es geht um das Verhalten der Korinther, die sich im Abendmahl ohne Rücksicht auf andere Geschwister die Bäuche vollgeschlagen haben und die Gemeinschaft der Gemeinde so missachteten. Ein solches Verhalten, welches den Bruder und die Schwester in der Gemeinde zum Nichts degradiert und nur das eigene Wohl und die eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt, nennt Paulus „unwürdiges Essen“.

Wir sind aufgefordert, selbstverständlich, unsere Beziehung zu anderen zu überprüfen und gegebenenfalls ins Reine zu bringen. Danach sollen wir dann gemeinsam feiern (1. Korinther 11,28). Nochmal: Es geht nicht um eine heilige Unversehrtheit der Person, wie sie in alttestamentlichen Reinheitsvorschriften beschrieben wird. Es geht um eine innere Einstellung, die Geschwister gegen unserer eigenen (religiösen) Bedürfnisse zu schätzen, zu akzeptieren und auf sie einzugehen.

Die Praxis, vom Abendmahl fern zu bleiben, um etwaige Konflikte auf sich beruhen lassen zu können, kennt Paulus nicht. Sie ist dem gesamten Neuen Testament fremd! Alle Kinder Gottes sind herzlich eingeladen, am Abendmahl teilzunehmen. Lass dich auf die gemeinsame Begegnung mit unserem Herrn Jesus Christus gerne ein.

Sehen wir uns beim nächsten Abendmahl?

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Die Öffentlichkeitswirkung von Gottesdiensten steht in unserem Bundesland derzeit in einem starken Fokus der Bevölkerung. Kontaktlos kann man ein Abendmahl aber auch mit Einzelkelchen und zurechtgeschnittenen Broten nicht feiern, irgendeine Hand müsste Brot und Kelche im Gemeindehaus verteilen.

So wollen wir am kommenden Sonntag eine altbewährte Art des Abendmahls wiederentdecken, nämlich daheim, in unseren Häusern. Die Chroniken der Gemeinden im Dillkreis berichten, dass sich Christen bereits 50 Jahre vor dem Bau des ersten Vereinshauses in Ewersbach zu Versammlungen trafen. Hier begannen sie auch mit Abendmahlsfeiern.

Vor 175 Jahren war dies ein Affront gegenüber der Kirchenordnung. Die Brüder hatten aber erkannt, dass dies durchaus biblisch war. In der Anfangszeit der christlichen Gemeinde trafen sich die Jünger täglich zum Gottesdienst im Tempel. Das Abendmahl feierten sie aber „hin und her in den Häusern!“ (Apostelgeschichte 2,46) – nicht im Tempel oder Gotteshaus…

Mit einer soliden biblischen Grundlage und guten Erfahrungen aus 2000 Jahren Kirchengeschichte können wir zu einem Abendmahl im ganz kleinen Kreis gerne JA sagen. Unsere Gemeinde ist genau so entstanden, in einer „winzigen“ Abendmahlsgemeinschaft. So laden wir dich ein: Sei dabei, wenn wir am 6. September um 18:00 Uhr Hausabendmahl veranstalten.

Wie funktioniert das nun praktisch?

Alle Christen können ein Abendmahl reichen. Wenn du dein Haus für eine Gruppe von bis zu zehn Personen öffnen möchtest, melde dich bitte bei mir. Wenn du eine Gruppe suchst, der du dich anschließen kannst, melde dich auch gerne. Ich bin aber gewiss, dass sich viele Konstellationen auch auf natürliche Weise ergeben werden.

Diejenigen, die zu sich einladen, bekommen ein kleines Anleitungsvideo gesendet. So können sie sich vorbereiten. Das Hausabendmahl in meiner Wohnung wird außerdem per Livestream übertragen. Es ist dieses Mal zwar nicht als offizielle Liveschaltung gedacht, welche die Feiernden verbindet, kann aber trotzdem eine Hilfe sein. Jede Gruppe feiert das Hausabendmahl ein Stück weit für sich selbst.

Als Gemeindeleitung freuen wir uns sehr, wenn du dabei bist. Melde dich per Telefon (02774-9259933), Mail (simon.birr at feg.de) oder WhatsApp (0160-9259933).

Simon Birr