Glaube überwindet Widerstände

Wer glaubt, dass Jesus der von Gott versprochene Retter ist, der ist ein Kind Gottes. Kinder aber, die ihren Vater lieben, die lieben auch ihre Brüder und Schwestern. Und umgekehrt gilt: Dass wir wirklich Gottes Kinder lieben, erkennen wir an unserer Liebe zu Gott und daran, dass wir nach seinen Geboten leben. Denn Gott lieben heißt nichts anderes als seine Gebote befolgen; und seine Gebote sind nicht schwer. Jedes Kind Gottes kann den Sieg erringen über alles, was sich in dieser Welt Gott widersetzt. Ja, unser Glaube hat diese Welt bereits besiegt. Denn nur wer daran glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, kann diesen Sieg erringen.

1.Johannes 5, 1-5

Die Gemeinde ist hier auf der Erde ein gutes Übungsfeld, um christliche Nächstenliebe zu üben und zu praktizieren. Gerade in diesem Jahr der Pandemie scheint es so, als würden wir als Glieder der Gemeinde immer weiter auseinanderdriften. Ein ganz normales Gemeindeleben war dieses Jahr nicht möglich. Generationenübergreifend fehlen die Wochenstunden und die Gelegenheiten sich in der Gemeinde zu treffen sehr. Die Pandemie hat den Abstand zu den Einzelnen vergrößert.

Dazu kommt die Sorge um die Menschen in der Risikogruppe, die Sorge um den eigenen Beruf, die zunehmende Einsamkeit. Entscheidungen müssen getroffen werden, die nicht jedem gefallen, das sorgt für Unverständnis, hitzige Diskussionen und Abgrenzung.

Menschen sind unterschiedlich.

Wir Menschen sind ganz unterschiedlich geprägt, haben verschiedene Sichtweisen und Erfahrungen. Dennoch gehören wir zusammen, gerade als Geschwister im Glauben. Das was uns eint, ist die Liebe Gottes. Gott hat sich nie gedacht, dass ein Mensch allein durch Leben gehen muss.

Wie bekommen wir es hin auch die zu lieben, die sich so von uns unterscheiden und ihnen zu begegnen? In Vers 1 steht: Wer glaubt, dass Jesus der von Gott versprochene Retter ist, der ist ein Kind Gottes. Kinder aber, die ihren Vater lieben, die lieben auch ihre Brüder und Schwestern. Das ist einfacher gesagt als getan, auch wenn es weiter heißt  Gott zu lieben heißt nichts anderes als seine Gebote befolgen; und seine Gebote sind nicht schwer. Unser Alltag sieht oft anders aus.

Ein Blick in die Augen hilft.

Ich musste mich gerade in den letzten Tagen gemeinsam mit meiner Tochter mit dem Thema Auge beschäftigen. Sie hatte einen Physiktest zu schreiben: Über Lichtbrechung, Spiegelbilder und anderes zum Thema Auge. Endlich ein Thema, mit dem ich mich auskenne, es ist schließlich mein Beruf. Ich musste nur aufpassen, nicht zu sehr ins Detail zu gehen.

Soweit wie ich, waren sie in der Schule dann noch nicht. Als wir so über den Aufbau des Auges sprachen und ich meiner Tochter die einzelnen Funktionen der Linse, der Iris, Aderhaut, Lederhaut, Netzhaut erklärte, dachte ich so bei mir wie einzigartig und wunderbar Gott sich das ausgedacht hat. Die Augen sind so konstruiert, Dinge klar sehen zu können und stellen sich binnen Sekunden von Ferne auf Nähe ein.

Unsere Augen haben eine super wichtige Funktion in unserem Leben. Wir können mit ihnen nicht nur vieles Sehen und Erkennen, nein unser Gegenüber kann in unseren Augen oft ablesen, wie es uns geht. Haben wir traurige Augen oder fröhliche?! Gerade in der Zeit in der wir den Mundschutz aus unserem Alltag nicht wegdenken können, ist der Blick in die Augen des Anderen so wichtig.

In Matthäus 6,22-23 heißt es: Aus dem Auge leuchtet das Innere des Menschen: Wenn dein Auge klar blickt, ist deine ganze Erscheinung hell; wenn dein Auge durch Neid oder Habgier getrübt ist, ist deine ganze Erscheinung finster.

Da frage ich mich, was ist mein Inneres? Blickt mein Auge klar oder ist es getrübt? Wie geht es meinem Gegenüber?

Das ist für uns natürlich nicht immer so leicht zu erkennen. Hier kommen wir oft an die Grenzen unserer menschlichen Wahrnehmung. Sie wird außerdem oft vom Umfeld getrübt oder wir nehmen uns nicht die nötige Zeit genauer hinzusehen.

Die Welt mit Gottes Augen sehen!

Es ist gut zu lernen, mit Gottes Augen die Menschen um uns herum zu sehen. Gott sieht viel tiefer, er blickt direkt ins Herz und weiß wie es uns geht. Gott sieht einen jeden von uns mit tiefer Liebe. Wenn wir unser Gegenüber mit den Augen der Liebe Gottes betrachten, können wir leichter in Kontakt treten und sehen und verstehen wie es dem andern geht und was er braucht. Gerade das ist in dieser Zeit besonders wichtig. Wir müssen auch über die Dinge, die uns trennen, sprechen und vielleicht auch mal streiten, aber wir dürfen dabei nicht vergessen: Wir sind alle Gottes Kinder.

Wenn wir nun neue Wege suchen, um den anderen zu begegnen, werden es dieses Jahr vermehrt Einzelgespräche sein. Sie sollten wir mit der Liebe führen, mit der wir Gott lieben, so heißt es in unserem Bibelwort.

Ab Vers 4 heißt es: Jedes Kind Gottes kann den Sieg erringen über alles, was sich in dieser Welt Gott widersetzt. Ja, unser Glaube hat diese Welt bereits besiegt. Denn nur wer daran glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, kann diesen Sieg erringen.

Birgit Kreck