Eine Sache zwischen Dir und Gott

Du kennst vielleicht die Geschichte von Josef, dem Sohn Jakobs. Er war der zweitjüngste Sohn seines Vaters und hatte elf Brüder. Sein Vater hat ihn ganz schön verhätschelt, sodass er ein ziemlich arroganter Kerl wurde. So arrogant, dass seine eigenen Brüder ihn umbringen wollten. Nur wegen seines Bruders Ruben kam es nicht dazu. Aber dennoch verkauften sie ihn als Sklaven an eine Wüstenkarawane. Er wurde einfach wie eine Ware verkauft, gegen seinen Willen, weg von seinen Geschwistern und seinem Vater. 

Die Karawane brachte ihn nach Ägypten und verkaufte ihn an Potifar, einen reichen, mächtigen Ägypter, der direkt für den Pharao arbeitete und seine Bodyguards anführte. 

Ich frage mich, wie Josef sich gefühlt haben muss. Seine eigene Familie hat ihn verraten, sie wollten ihn umbringen! Und sie haben ihn am Leben gelassen, ja. Aber jetzt sollte er wahrscheinlich den Rest seines Lebens als Sklave verbringen und würde nie wieder ein freier Mann sein. Gott hatte zugelassen, dass ihm so etwas Schreckliches geschieht.

Die Situation wendet sich.

Das nächste, was wir von Josef lesen, steht in 1.Mose 39, 2

„Der Herr half Josef und ließ ihm alles gelingen, während er im Haus seines ägyptischen Herrn arbeitete.“

Die Situation wendet sich! Natürlich ging das nicht von heute auf Morgen. Die Geschichte ist in Zeitraffer erzählt.  Aber es geschieht etwas! Natürlich ist er immer noch ein Angestellter des Potifar. 

Gott segnet seine Arbeit so sehr, dass er bald schon so mächtig wie der Besitzer des Hauses selbst ist. Vom rechtlosen Sklaven zum mächtigen Hausverwalter. Dazu kommt, dass Josef ein gutaussehender junger Mann ist. Das weckt in Potifars Frau Begehrlichkeiten. Sie möchte, dass Josef mit ihr schläft. Aber er weiß, dass das nicht geht und dass er Gott und auch Potifar treu sein möchte. Immer wieder versucht die Frau, ihn rumzukriegen. Als sie schließlich merkt, dass sie keine Chance bei ihm hat, will sie sich an ihm rächen und tut so, als wäre sie beinahe von Josef vergewaltigt worden. Die Diener glauben ihr und nicht Josef, sodass er ins Gefängnis geworfen wird. 

Wieder eine Kehrtwende.

Endlich war er seinen Sklavenstatus los. Er hatte wieder Rechte. Jetzt ist er ein Gefangener. In den Gefängnissen in Ägypten ging es den Menschen nicht so gut wie in Deutschland heute. Es war kalt, nass und dunkel, Hunger und Durst waren an der Tagesordnung.

Was macht Gott denn mit ihm? Jetzt geht es ihm wieder dreckig. Aber auch im Gefängnis segnet ihn der Herr. Der kometenhafte Aufstieg, den er in Potifars Haus zurückgelegt hatte, ist dank Gottes Hilfe auch im Gefängnis gelungen. Er wird zum zweitmächtigsten Mann und koordiniert das Geschehen im Gefängnis. Er wird zum Segen für die Menschen in seiner Umgebung.

Die Geschichte von Josef ist besonders, keine Frage. Ich kenne niemanden persönlich, der so etwas erlebt hat. Aber was ich kenne, und was du vielleicht auch kennst, ist die Herausforderung, die ein Leben unter Gottes Führung manchmal mit sich bringt. 

Ich denke manchmal, dass mir Liebe entgegengebracht wird, je mehr Liebe ich anderen entgegenbringe. Wenn ich erfolgreich und gesegnet bin, bewundern und achten die Menschen mich. Aber die Geschichte von Josef zeigt, dass das nicht immer der Fall ist, sondern genau das Gegenteil eintreffen kann. Denn diese Welt ist voller Menschen, die Fehler und Sünde begehen. Josef hatte nichts falsch gemacht! Aber er landete im Gefängnis, weil er Gott treu war und keinen Ehebruch beging. Aber Gott lässt ihn nicht hängen. Sondern hilft ihm wieder auf die Beine.  

Zwei Punkte zwischen Dir und Gott:

An Josefs Geschichte möchte ich zwei Dinge betonen:

  1. An Gott zu glauben, seine Gebote zu befolgen und Menschen Liebe entgegenzubringen bedeutet nicht, dass diese Liebe immer erwidert wird. Manchmal bedeutet das sogar, dass Hass statt Liebe als Reaktion kommt. 
  1. Und dennoch lohnt es sich, sich an Gott zu halten. Wir haben keine Garantie, dass die äußerlichen Umstände immer gut sein werden, aber die Garantie, dass Gott in allem dabei ist. Er war bei Josef als er als Sklave verkauft wurde, als er in Potifars Haus war und auch im Gefängnis ist er bei ihm. Er lässt ihn nie allein. Und er segnet andere Menschen durch ihn. 

Und dennoch bleibt die Herausforderung eines Lebens mit Gott: Sich an ihm zu orientieren kann bedeuten, dass du dir Feinde machst. Wenn du im Fußballverein nicht mitguckst, während schädliche Videos auf den Handys angeschaut werden. Wenn du Menschen in Schutz nimmst, über die deine Freunde grade lästern. Wenn du dich als Christ gegen gesellschaftliche Normen aussprichst, die Gottes Wort widersprechen. 

Die Folge kann sein, dass du deswegen ebenso schlecht behandelt oder sogar ausgestoßen wirst. Das ist der Preis der Nachfolge. Wir sind in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt. 

Wo liegen deine Herausforderungen?

Welchen Herausforderungen musst du dich in nächster Zeit stellen? Fällt es dir schwer, dich in bestimmten Bereichen an Gottes Willen zu halten? Dann bete dafür, dass Gott dir die Kraft dazu gibt. Rede mit Menschen, die mit dir da durch gehen und dir helfen. Und vergiss in allem nicht, dass letztlich Gott die Fäden in der Hand hält. In allen Dingen. 

Ich möchte uns ermutigen, die Herausforderungen, vor die das Leben mit Gott uns manchmal stellt, mit seiner Hilfe anzugehen. Es werden sich immer Menschen gegen uns stellen, wenn wir uns zu Gott bekennen. Aber letztlich ist das keine Sache zwischen Menschen, sondern zwischen dir und Gott. Und letztlich wird Gott uns zum Segen für andere Menschen setzen, wenn wir uns an ihn halten. So wie er es bei Josef getan hat.

Zum Schluss möchte ich dir ein paar Zeilen mitgeben, die Mutter Teresa geschrieben hat:

Menschen sind oft unberechenbar, unlogisch und selbstzentriert. Vergib ihnen einfach.

Wenn du freundlich bist, unterstellen sie dir egoistische Motive. Sei weiter freundlich.

Wenn du erfolgreich bist, wirst du einige falsche Freunde und einige echte Feinde gewinnen.

Sei weiter erfolgreich. Wenn du aufrichtig und ehrlich bist, wird man dich ausnützen. Sei weiter ehrlich.

Was du in jahrelanger Arbeit aufgebaut hast, können Menschen über Nacht zerstören. Bau weiter auf.

Wenn du glücklich und zufrieden bist, werden sich die Neider melden. Trotzdem – sei glücklich.

Das Gute, dass du heute tust, werden die Menschen morgen oft schon wieder vergessen haben – Tu weiterhin Gutes.

Gib der Welt das Beste, was du hast – es wird nicht genug sein. Trotzdem – gib weiter dein Bestes.

Du wirst sehen – schlussendlich ist alles eine Sache zwischen dir und Gott. Nicht zwischen dir und Menschen.

Jonas Schultze