Ein Glaubensheld darf Fehler machen

Kennst du das, wenn du dir etwas ganz fest vornimmst? Zum Beispiel: „Egal, wie sehr mich meine Geschwister nerven, heute bin ich geduldig mit ihnen!“ Oder: „Heute helfe ich meiner Mama mal, auch, wenn ich eigentlich keine Lust habe…“

Und dann kommt eine Situation auf dich zu. Dein kleiner Bruder ist einfach nur laut und anstrengend. Oder deine Mutter fragt dich, ob du die Spülmaschine ausräumen kannst und du hast einfach keinen Bock. Und plötzlich geht alles, was du dir vorgenommen hast, den Bach runter.

Ich kenne das so gut. So oft glaube ich, wenn ich es nur genug versuche, dann werde ich von heute auf morgen ein perfekter Glaubensheld, der nie Fehler macht und immer lieb zu allen ist. Mutig, selbstlos, ehrlich und natürlich jederzeit geduldig.

Und dann kommt irgendeine winzig kleine Situation und ich versage. Denn plötzlich habe ich Angst, bin egoistisch, habe kein Mitgefühl für andere Menschen oder verliere die Geduld mit ihnen.

Das passiert sehr oft. Es passiert mir – und wahrscheinlich auch dir. Denn auch, wenn wir dir jetzt ganz viele tolle Eigenschaften von einem Glaubenshelden gezeigt haben – eine Sache gehört eben auch dazu: Glaubenshelden machen Fehler.

Die Frage, die ich dir allerdings stellen möchte, ist: Wie gehst du damit um? Wie gehst du damit um, wenn du etwas falsch gemacht hast?

Ich möchte dir dazu nur exakt vier Wörter aus der Bibel dazu mitgeben. Jesus selbst hat sie seinen Jüngern beigebracht; sie stammen aus dem wichtigsten Gebet der Christen, dem „Vater unser“. Die vier Wörter sind folgende: „Vergib uns unsere Schuld“

Ist das nicht cool?

Schon vor über 2000 Jahren wusste Jesus, dass wir es gar nicht schaffen können, perfekt zu sein. Er wusste, egal was für supertolle Glaubenshelden wir sind – wir werden Fehler machen. Und dafür hat er uns diese vier Worte gegeben.

Vergib uns unsere Schuld.
Matthäus 6,12a

Für mich bedeutet das: Jesus weiß, dass wir uns viel vornehmen und nicht alles davon schaffen. Er weiß, dass wir manchmal andere verletzen. Und er weiß, dass wir uns manchmal echt über unsere ganzen Macken aufregen. Doch er gibt uns einen Weg damit umzugehen, einen Weg aus den Fehlern hinaus. Und der Weg ist, um Vergebung zu bitten. „Entschuldigung“ zu sagen.

Und das ist es auch, was ich dir mitgeben will:                    
Ja, auch als Glaubensheld wirst du Fehler machen. Es ist vollkommen okay, wenn du es nicht direkt schaffst, all das, was du diese Woche gelernt hast, sofort umzusetzen. Es ist absolut in Ordnung, wenn du immer noch Dinge falsch machst.

Aber ich möchte dich ermutigen: Geh den nächsten Schritt. Bitte um Vergebung. Entschuldige dich, wenn du weißt, dass du etwas falsch gemacht hast. Bei anderen Menschen, aber auch bei Gott.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Nachdem ich mich für einen Fehler entschuldigt habe, fühle ich mich immer besser und freier als vorher. Jedes einzelne Mal.    
Also: probier‘ es aus :)

Schau dich mal in der Bibel um. Es wimmelt nur so von Personen, die Fehler machen. Darüber, wie gut es dann tut, um Vergebung zu bitten, schreibt David in den Psalmen. „Glücklich der Mensch, dessen Schuld vergeben ist.“ ist die Überschrift von Psalm 32. Lies in doch mal durch und wenn du magst, sei ganz ehrlich mit dir selbst und überlege, wo du in der letzten Zeit Fehler gemacht hast. Und wenn du ganz mutig bist: sag „Entschuldigung!“ :)

Sophia Steinseifer