Du bist der Brief Gottes, den die Menschen lesen!

Dies ist ein Satz, der mir nach einem längeren Telefonat mit meiner Tante nicht mehr aus dem Kopf geht. Es ging in unserem Gespräch darum, wie wir als Gemeinde und als einzelne Christen in unserem Umfeld wahrgenommen werden. Gott hat uns einen Auftrag gegeben. Er traut uns viel zu. Wir sollen anderen Menschen von seiner Liebe erzählen. Jesus hat es uns vorgelebt und er hat uns den Heiligen Geist geschickt. Doch ist es nicht immer ganz so leicht, diesen Auftrag zu erfüllen. Jeder von uns hat in seinem Leben ganz eigene Höhen und Tiefen, immer wieder stehen wir vor neuen Herausforderungen und müssen Entscheiden wie wir uns verhalten. Doch, egal was in einem selbst gerade passiert: „Du bist der Brief Gottes, den die Menschen lesen.“ 

Sogar in der Bibel steht etwas über uns Christen als lebendige Briefe, so lesen wir in 2. Korinther 3,2 und 3: 

Der einzige Empfehlungsbrief, den wir brauchen, seid ihr selbst! Euer Leben ist wie ein Brief, der in unsere Herzen geschrieben wurde. Jeder kann ihn lesen und erkennen, was wir unter euch getan haben. Ihr seid ein Brief Christi, von uns geschrieben, aber nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes: Nicht auf Steintafeln, sondern in die Herzen der Menschen.

Wir sind Empfehlungsbriefe aus Fleisch und Blut. Wir sind lebendige Briefe. Man kann in uns lesen, in unserem Gesicht, unserem Herzen, unserer Körpersprache, unserem Wesen, unserer Arbeit, in dem, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten. Was uns in unserem Leben geprägt hat, unsere Erziehung unsere Erfahrungen, all das kann man lesen. Die Frage ist nun: Wie wirken wir als Brief auf andere? Sind wir authentisch, souverän, humorvoll, wertschätzend und liebevoll? Dann sind wir den Menschen, denen wir begegnen sicher ein aufmunternder und positiver Brief, der gerne gelesen wird. Wenn wir aber unzuverlässig, ernst, undankbar, gehässig und humorlos sind, sind wir ein Brief, der besser nicht zugestellt worden wäre.

„Du bist der Brief Gottes, den die Menschen lesen!“

Dieser Satz hat es in sich. Gerade in schwierige Situationen, die uns Herausfordern ist es wichtig, wie wir auf andere wirken. Wie kann ich ein Brief Gottes sein, den man gerne liest? Der aufmunternd, fröhlich, herzlich und liebevoll geschrieben ist? Ich glaube darauf gibt es nur eine Antwort: Lass Gottes Geist in Deinem Herzen wirken. Lass ihn an allen Situationen und Entscheidungen deines Lebens teilhaben. Wir kommen in unserem Leben immer wieder an die gleichen Stellen, haben immer wieder die gleichen Themen zu bearbeiten. Das hat etwas mit unserer Persönlichkeit, mit unseren Wunden und mit unseren ganz eigenen Wünschen und Vorstellungen zu tun. Wenn wir in diesen unzähligen kleinen Alltagssituationen entscheiden mit Jesus zu gehen, ihm immer ähnlicher zu werden, dann werden wir geistlich wachsen. Nur so werden wir zu einem Empfehlungsbrief, den man gerne liest.

Birgit Kreck