Die Fassade macht’s nicht!

In der Einkaufsstraße einer Großstadt stand ein sehr altes, baufälliges Haus. Winzig und unansehnlich wirkte es zwischen den schicken Kaufhäusern in diesem Stadtteil. 

Eines Tages kam ein Geschäftsmann in einer noblen Limousine und besuchte den Eigentümer dieses kleinen, abrissfähigen Häuschens. Der Hauseigentümer war schon ein älterer Herr und etwas eigensinnig. Nach kurzer Vorstellung kam der Geschäftsmann sogleich zur Sache und fragte frei heraus: „Lieber Herr, was wollen Sie für das Gebäude hier haben?“ Da lächelte der ältere Mann nur ein wenig und sagte klipp und klar: „Ich verkaufe nicht!“ Daraufhin nannte der Gesprächspartner eine so hohe Summe, dass es dem Eigentümer fast schwindelig wurde. Dennoch blieb er bei seinem „ich verkaufe nicht!“

Nach einer Woche kam der reiche Geschäftsmann wieder vorbei und bot die doppelte Summe an. Da wurde der ältere Herr schwach und konnte dem Angebot nicht widerstehen. 

Ein paar Wochen vergingen. Als der Kaufvertrag zur Unterschrift vorlag, kam der Geschäftsmann bei dem älteren Herrn noch einmal zu Hause vorbei. Dieser fragte strahlend und stolz den Käufer seines Häuschens: „Na, wie gefällt Ihnen das Haus jetzt?“ „Gefallen, wieso?“ „Nun, sehen Sie nicht, dass ich den Außenanstrich erneuert, die Fenster gestrichen und die Tür ausgebessert habe?“ „Ach, guter Mann“, entgegnete der Geschäftsmann, „ich wollte doch Ihr Haus nicht ausbessern. Ich will hier ein neues bauen, eins mit großen, hellen Fenstern, vielen Stockwerken und im Erdgeschoss einen modernen Supermarkt! Hier wird etwas völlig Neues entstehen!“

Nichts gegen die gute Absicht des ehemaligen Hauseigentümers. Im übertragenen Sinn machen es viele Menschen mit ihren Leben genauso. Sie wollen ihr Dasein vor Gott ein wenig aufpäppeln, ein bisschen ausbessern und polieren an der Fassade herum. Hin und wieder ein Gottesdienstbesuch und vielleicht ab und zu eine kleine Spende.

Doch Gott möchte unser Leben nicht ausbessern und aufpolieren, er will etwas völlig Neues in uns schaffen. Der Apostel Paulus schreibt in 2. Kor. 5,17: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur: das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Dieses Neuwerden ist nur möglich durch den Glauben an Jesus Christus, der der Herr unseres Lebens sein will. 

Deshalb sollten wir nicht an unserer Fassade, an unserem Frömmigkeitsstatus herumbasteln, sondern Jesus Christus unser Leben ganz zur Verfügung stellen. Gestatten wir ihm, unser Lebenshaus nach seinem Willen zu erneuern und wir werden überrascht sein, was Gott aus unserem Leben machen kann!

Heinz Gimbel