Der Hauptmann von Kapernaum

Zu der Geschichte in Lukas 7, 1-10.

Manche die mich kennen wissen, dass ich katholisch aufgewachsen bin.

Was mich immer beeindruckt und berührt hat, war ein Satz aus der katholischen Liturgie, der jeden Sonntag von der Gemeinde gesprochen wurde:

„Herr ich bin nicht würdig, dass Du einkehrst unter mein Dach,
aber sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund“

Ein Satz, der (fast) so im Lukas-Evangelium steht und meinen Glauben schon damals tief geprägt hat.

Was ist so Besonderes an diesem Hauptmann von Kapernaum?

Er war wohl ein Römer und kein Jude, er gehörte also eigentlich nicht dazu! Ihm war klar, auch wenn er ein Mann mit Befehlsgewalt war, dass er eben keine Macht über diesen Jesus hatte. Er hält sich sogar für unwürdig ihm persönlich zu begegnen. Deshalb schickt er die Ältesten der jüdischen Gemeinde und sie, so scheint es mir müssen erst einmal Jesus überreden, ihnen zu folgen.

Jesus lässt also mit sich reden, sich überzeugen von denen die zu IHM gehören! Einfach genial, oder?

Dann wird dem Hauptmann wohl bewusst, dass er diesen heiligen Mann noch nicht einmal zumuten kann in sein unreines Haus zu kommen und so lässt er ihm ausrichten, dass er daran glaubt das schon sein Wort ausreicht, um seinen kranken Knecht zu heilen.

Und wie reagiert Jesus? Er ist erstaunt über diesen Glauben!

Ich weiß nicht, was die Verfasser der katholischen Liturgie dazu bewegt hat, aus dem Knecht die Seele des Hauptmannes zu machen (vgl. Lukas 7,7).

Für mich bedeutet dieser Austausch, dass Jesus nicht nur das Wohl des Knechtes im Auge hatte, sondern auch die Not des Hauptmannes!

Dieser demütige Römer, der eigentlich nicht dazu gehört, bekommt sogar mehr als er erbittet! Einfach genial!

Dagmar Dobner