Der alte Schuppen, oder wie man Nachbarn eine große Freude macht…

Unsere Nachbarn haben einen alten Schuppen, der seit vielen Jahren sein Dasein als Abstellkammer fristet. Nichts Besonderes, nicht groß, halt vier Wände, eine Tür und fertig. Ein solcher Schuppen findet in der Nachbarschaft natürlich keine Beachtung, er steht halt da und erfüllt seinen Zweck. Durch die Schulschließung und das Kontaktverbot aufgrund von Corona ist unsere Nachbarin, Mai-Linh Kupka, leider gezwungen, wie so viele andere Schüler, zuhause zu bleiben.

Die Schüler werden von ihren Lehrern mit täglichen Aufgaben und Schularbeiten im Homeschooling versorgt. Doch nach der Erledigung der ganzen Pflichtjobs bleibt natürlich immer noch etwas Zeit vom Tag übrig. Da wird es höchste Zeit für Kreatives. Also ging es ans Werk. Zuerst wurde die Wand gereinigt, dann eine weiße Grundierung aufgebracht. Anschließend konnte man, bei genauem Hinsehen, schon die Umrisse erkennen. Es wurde alles mit Bleistift vorgezeichnet.

Die nächsten Tage wurden spannend für uns. Zuerst waren die Äste mit den Blüten und der Sonne sichtbar, dann entstand aus dem Nichts eine Berglandschaft mit Hügeln und Bäumen. Zuletzt der Fluss mit dem Mann in dem Boot, sogar der Schattenwurf des Bootes auf dem Wasser kommt deutlich zum Vorschein.

Wir waren tief beindruckt.

Da der Schuppen genau gegenüber von unserem Schlafzimmerfenster liegt, haben wir jetzt jeden Morgen und jeden Abend ein echtes Kunstwerk vor Augen.

Neben den vielen Schattenseiten von Corona gibt es also auch positive Seiten.

Ich wünsche Euch, dass Gott Euch in dieser besonderen Zeit zum einen solch schöne Überraschungen wie dieses Gemälde schenkt, aber auch, dass Ihr in dieser Zeit Eure Gaben neu entdeckt.

Christof Schwedes