Das kleine bewundernswerte Schiff

Als der berühmte italienische Maler Leonardo da Vinci an seinem großen Gemälde vom Heiligen Abendmahl arbeitete, hatte er nur das eine Ziel vor Augen, dass die Gestalt Jesu Christi sogleich alle Blicke auf sich ziehe und fessele.

In einem Teil des Bildes befand sich aber ein ganz kleines Schiff, an dem er drei Wochen gearbeitet und viel Mühe verwendet hatte. Als nun das Gemälde ausgestellt wurde und die Besucher herbeiströmten, bemerkte der Künstler, dass sich die Menschen hauptsächlich an der Ecke des Bildes zusammendrängten, wo das mit sehr großer Sorgfalt gemalte Schiffchen zu sehen war. „Seht nur, wie wundervoll!“ sprachen die Betrachter zueinander. „Da sieht man, welch ein großer Künstler er ist!“

Da nahm Leonardo da Vinci, als er abends allein war, seinen Pinsel und löschte mit einem kräftigen Strich das kleine Schiff für immer aus. Denn er sagte: „Niemand soll je wieder in meinem Bild auf etwas anderes seine Bewunderung richten als auf Jesus allein!“

Dieses selbstlose, uneigennützige, zeugnishafte und auf Jesus hinweisende Verhalten da Vinci’s gefällt mir und fasziniert mich. Zugleich ist diese Begebenheit aber auch eine Anfrage an mich und uns heute. Was wünschen wir uns, worauf die Menschen um uns herum ihre Blicke richten? Auf unsere Leistungen, unsere Fähigkeiten, unser Wissen und Können?

Leonardo da Vinci zeigt uns ein wichtiges, sinnerfülltes Ziel: Auf Jesus Christus hinweisen. Ihm die Bewunderung zukommen lassen, Ihm, dem sie allein gebührt.

Bitten wir Gott darum, dass unser Leben – auch in diesen schwierigen Zeiten – ein deutlicher Hinweis auf Jesus Christus ist.

Heinz Gimbel