Christen und Verschwörungen…

Unter Christen sind aktuell recht viele Verschwörungstheoretiker zu finden. Darunter sind auch einige Neurechte bzw. zumindest besorgte Bürger. Sie alle misstrauen dem Staat, den Medien, dem Mainstream tendenziell – und das hat handfeste Ursachen in m.E. schlechter, bzw. einseitiger Theologie.

Was heißt schlechte Theologie?

Zunächst geht es um verquere Eschatologie, also der Lehre von den letzten Dingen: 

Alles wird schlechter bis zum Schluss und vor diesem Schlechter muss man sich schützen – das bedeutet in Konsequenz, dass jede neue Entwicklung erst einmal unter einem kritischen Vorbehalt steht.

Dazu kommt ein eingeschränktes Verständnis vom Reich Gottes und der Mission dei, welches in einem falschen Dualismus mündet zwischen „böser“ Welt und angeblich “heilem” christlichen Kosmos.

Das alles verquirlt miteinander und (manchmal) eine Prise Einfalt und Verführbarkeit dazu… Zack – ist es geschehen.

Was hilft dagegen?

Bessere Theologie! Und Zeit! In Stunden, in denen auch manche Christen kräftig daran arbeiten, Misstrauen, Spaltung und Angst zu säen… Als wenn das jemals die Aufgabe von Christen gewesen wäre… also ran an das Thema!

Jesaja 8,12

Jemand behauptet:

Bald gibt es Impfpflicht, unterschreibe diese Petition.

Alle stürzen sich drauf und plappern ungeprüft nach: Buh, bald gibt es Impfpflicht, unterschreibe diese Petition.

In noch schlimmerer Variante: Bald gibt es Impfpflicht und Bill Gates steckt dahinter.

Aber es geht noch schlimmer – kürzlich zweimal gelesen: Bald gibt es Impfpflicht, Bill Gates steckt dahinter und wir sollen dabei unbemerkt einen Chip implantiert bekommen. (Auf dem vermutlich Windows läuft, und wenn man zuviel trinkt und das System mit Chip abstürzt, sieht man dauernd einen blauen Schirm vor Augen – aber Scherz beiseite)

Lieber Bruder, liebe Schwester im Glauben. Und jeder und jede andere auch… Jemand erzählt anderen Mitmenschen etwas Negatives, wirklich Unschönes über dich, kurz: Es gerät ein Gerücht über dich in Umlauf und du kannst dich nicht wehren. Wie geht es dir? Furchtbar!

Was wünschst du dir, wie man mit diesem Jemand umgeht? Du wünschst dir vermutlich, dass man diesem Jemand sagt: „Das glaube ich erst, wenn ich es gründlich nachgeprüft habe. Das werde ich nicht weiter erzählen – das gehört sich so nicht, das will Gott auch nicht. Das verletzt diesen Menschen und gibt ihm keine Chance. Ich gehe vom Guten aus, also geh weg mit diesem Gerücht!“

Kurz: Sei wie diese Menschen. Und nicht wie Jemand. Benimm dich. Prüfe genau und wenn du das zeitlich oder inhaltlich nicht kannst: Schweige.

Christof Lenzen (Redaktion: Simon Birr)