Bewahrung vor 75 Jahren

Danket dem Herrn; denn Er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn,
die er aus der Not erlöst hat, …
Die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not,
und er errettete sie aus ihren Ängsten …
Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut.

(aus Psalm 107)

Ihr Lieben!

Herzlich danke ich euch für euer Beten und Denken an mich, für einen gelegentlichen Gruß.
Auch ich vergesse euch nicht im Gebet und freue mich schon darauf, wenn wir wieder frei sein dürfen.

In diesen Tagen denke ich oft an die Zeit vor 75 Jahren. Am 6. Mai 1945 sollte unsere Einheit in Nordenham über die Weser übersetzen und an der Ostfront eingesetzt werden. Da hatten wir viel Angst und Sorgen. Ich war damals 17 Jahre alt. Glücklicherweise konnten keine Fahrzeuge beschafft werden. So nahm der Krieg für mich und meinen Bruder ein gutes Ende. Es war ein Stück weit „vorausgewährte“ Gnade.

Auch nach diesem lebensrettenden Erlebnis habe ich bis heute, im 93. Lebensjahr, immer wieder die bewahrende Hand Gottes erfahren können. Deshalb schreibe ich Euch. Wer Gottes Liebe und Gnade erfährt, darf sich auch an Vers 32 aus Psalm 107 von Herzen halten: Dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, und ihn in der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.

Gehabt euch wohl ihr Lieben.
Euer Günter Bahr

(Red.: Roland Sterzik)