Auch Gott verzichtet an Weihnachten…

Die Welt hat sich verändert. Seit Corona müssen wir auf vieles verzichten, was bisher wie selbstverständlich zu unserem Leben gehörte…

Nähe ist plötzlich ein Problem.

Sie kann gefährlich, lebensgefährlich werden. Gegenseitige Rücksichtnahme ist gefordert. Es tauchen Regeln auf wie: Maske tragen, Abstand halten, Hände waschen, um das Virus möglichst schnell und effektiv zu bekämpfen. Dieses Ziel vor Augen, sind alle bereit, sich diesen aufwendigen, aber notwendig erscheinenden Maßnahmen unterzuordnen. Nachdem sich jedoch zeigt, dass es sich nicht um einen Sprint sondern um einen Marathon handeln wird, werden mehr und mehr Menschen ungehalten. Nicht mehr bereit, sich zum Wohle sogenannter Risikogruppen einzuschränken, Verzicht zu üben an Stellen, an denen es richtig weh tut.

Nun kommt Weihnachten…

Wie ist angesichts dieser neuen Realität Ihre Stimmungslage, wenn Sie an Weihnachten, das Familienfest schlechthin, denken? Trüben die vielen Einschränkungen Ihre Vorfreude aufs Fest oder haben sie gar schon gänzlich erstickt?
Beim Nachdenken über dieses Thema wurde mir bewusst, dass Weihnachten in diese neue, für uns so befremdliche Situation passt, wie nie zuvor: Christen feiern an Weihnachten die Geburt von Jesus, Gottes Sohn.

Gott, dem nichts lieber ist, als uns Menschen nahe zu sein, hatte eine ungeheuerliche Idee: Er legte Jesus, seinen Sohn, in die Hände von Menschen! Eine wunderbare, junge Frau namens Maria durfte ihm das Leben schenken. An ihrer Seite ein Mann mit Format, Josef, der die ungewöhnlichste Schwangerschaft der Welt mit ihr durchgestanden hat. Der Sohn des allmächtigen Gottes, Schöpfers dieser Welt, wurde von Menschen geboren und aufgezogen. (In den Evangelien, gleich zu Beginn des Neuen Testaments erfahren Sie alles über das Leben von diesem Jesus).

Verzicht und Einschränkung steht schon in der Bibel.

Wenn es ein Vorbild gibt, das uns Verzicht und Einschränkung vorgelebt hat, dann ist das Jesus!! Er hat auf vieles verzichtet, vieles auf sich genommen, freiwillig, um sich auf Augenhöhe mit uns Menschen zu begeben, mit dem Ziel,  Mensch und Gott wieder in eine Beziehung zu bringen, die durch menschliche Schuld verloren gegangen war. Gott ist ein Freund von Nähe. Er will jedem von uns ganz nahe sein! Diese Tatsache nahm vor über 2.000 Jahren mit der Geburt seines Sohnes in einem Stall bei Bethlehem ihren Anfang und daran ändert auch Corona nichts!

Maskenpflicht, Abstand halten, Hände waschen, müssen wir nicht beachten, um in die Nähe Gottes zu kommen. Dafür ist nur unsere innere Bereitschaft erforderlich. Halleluja!

Ist das nicht eine tolle Botschaft, an die wir in der Adventszeit neu erinnert werden – unabhängig von einem äußeren Leben, das uns zur Zeit so sehr einschränkt?!

Carmen Herz