Angst vor dem Sturm

(Markus 6, 45-52)

Jesu Jünger hatten schon viele von Jesu Wundern erlebt.

Gerade erst hatte Jesus sie dazu fähig gemacht, selbst zu predigen und sogar Dämonen auszutreiben und Kranke heilen zu können (V. 12-13).

Direkt vorher haben die Jünger gesehen und miterlebt, wie Jesus 5000 Männer (plus Frauen und Kinder) mit fünf Broten und zwei Fischen satt bekommen hat und davon sogar noch übrig blieb!

Jetzt sind sie allein auf dem See. Jesus ist zum Beten auf einen Berg gegangen. Trotzdem sieht er, wie seine Zwölf in Seenot geraten und mühsam gegen den Wind und die Wellen ankämpfen. Als er auf dem Wasser zu ihnen geht, schreien sie vor Angst und Entsetzen, denn sie glauben, einen Geist zu sehen.

Können sie sich in dieser Geschichte wiederfinden?

Sie kennen Jesus und die Bibel, haben vielleicht sogar schon Wunder mit ihm erlebt, aber in diesen Zeiten haben Sie Angst. Sie kämpfen – wie damals die Jünger gegen den Sturm – gegen die Gedanken an: Wie soll es weitergehen? Was passiert, wenn meine, zur Risikogruppe gehörende Mutter an dem Virus erkrankt? Was wird werden, wenn die Plätze im Krankenhaus knapp werden? Wird sich die Wirtschaft wieder erholen? Wie soll ich mit dem bisschen Kurzarbeitergeld die Raten zahlen? Wenn es wieder einen harten Lockdown gibt, wer soll bei den Kindern bleiben? … Und dann ist da auch noch Weihnachten!

Weihnachten! Das heißt Jesus kommt zu uns, in diese von der Pandemie gebeutelte Welt! „Erschreckt nicht“ sagt er. „Ich bin es. Habt keine Angst!“ (V. 50).

Die Jünger hatten hier noch nicht begriffen, was das Wunder der Brotvermehrung bedeutete (V. 52): Habt Vertrauen! Euer Vater im Himmel weiß, was ihr braucht. Er kann selbst das Unmögliche möglich machen.

Habt Vertrauen!

Monja Kutschker