Rückblick: ProChrist mit Matthias Clausen

Die Abende auf MP3:

„Mensch, Gott!“

so lautete das Thema der Themenreihe, für die wir Prof. Dr. Matthias Clausen als Referenten gewinnen konnten. Herr Clausen ist Professor für Evangelisation und Apologetik an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Den Rahmen der Veranstaltung gestalteten Stefan Steinseifer sowie die Band „EVM“ mit zum jeweiligen Thema passenden (Lied-) Beiträgen.

Der erste Abend stand unter dem Thema: „Auf der Suche: Was ist, wenn Gott mich im Stich lässt?
In der Bibel wird von verschiedenen Heilungen Jesu berichtet. Prof. Clausen nannte hier beispielhaft die Heilung der „blutflüssigen Frau“, die seit Jahren unter Blutungen litt und glaubte, sie müsse nur Jesu Gewand berühren, um geheilt zu werden. Und das funktionierte! (Matthäus 9,18-22*).
Jedoch erhört Gott leider nicht jedes Gebet so, wie wir uns das vorstellen. Er hat eine andere Sichtweise. Matthias Clausen brachte hier das Beispiel von Paulus, von dem berichtet wird, dass Gott ihm den „Stachel im Fleisch“ (wahrscheinlich eine Krankheit oder ein Gebrechen) nicht genommen hat, damit er nicht überheblich würde (2.Korinther 12,7*).
Wenn Menschen ein Leben mit Gott beginnen, sind (in der Regel) nicht sofort alle Krankheiten geheilt und alle Schwierigkeiten des Lebens ausgeräumt. Aber Gott bietet seine Hilfe an und gibt uns die Kraft, den Herausforderungen zu begegnen.

Manche sagen, sie brauchten Gott nicht. Denen antwortet Clausen manchmal, dass Gott aber vielleicht sie brauche. Gott liebt jeden einzelnen Menschen und sehnt sich nach Gemeinschaft mit ihnen, wie die Frau in dem Gleichnis mit den zehn Silbermünzen (Lukas 15, 8-10*): Eine der wertvollen Münzen war ihr verloren gegangen. Nach langem Suchen findet sie sie endlich und die Freude darüber ist so groß, dass sie ihre ganzen Freunde und Nachbarn zusammenruft und mit ihnen ein Fest feiert. Sich eben dieser Liebe und Wertschätzung Gottes bewusst zu sein, helfe, wenn (z. B. berufliche) Misserfolge kommen und man an sich zu zweifeln beginnt.

Das zweite Thema lautete: „Enttäuscht: Wenn ich von den Frommen die Nase voll habe

Leider gibt es Christen, die nicht nach dem leben, was sie in den, womöglich häufig besuchten, Gottesdiensten hören. Sie sind sozusagen „außen hui und innen pfui“.

Leuten, die solch schlechte Erfahrungen mit Christen gemacht haben, sagt Matthias Clausen: „Deswegen muss die „Sache“ nicht unbedingt schlecht sein, selbst wenn die Verpackung etwas anderes verheißt.“ Er halte die Demokratie für die beste Staatsform, jedoch den kürzlich neu gewählten Präsidenten eines großen Landes für nicht gut geeignet, sie zu regieren.

Clausen ist der Meinung, dass Gemeinschaft mit anderen Christen trotzdem wichtig sei, da er die Erfahrung gemacht habe, dass Gott manchmal durch sie spricht.

„Abgehoben: Was hat Glaube mit dem Alltag zu tun?“ war das dritte und letzte Thema der Reihe.

Wenn man Christ werde, sei nicht plötzlich alles leicht, aber man könne entspannter mit Problemen umgehen. In einer Prüfung zu scheitern, ändert nichts an dem Wert eines Menschen, Gott liebt ihn und wir sind alle Meisterwerke Gottes! Gebe es Probleme mit dem Chef, helfe es, sich klar zu machen, dass er nur begrenzte Zeit Autorität über den Mitarbeiter habe.

Außerdem brauchen Christen keine Angst zu haben, irgendetwas zu verpassen: Denn das Beste kommt noch!

Abschließend sprach Prof. Clausen noch eine Empfehlung aus: Man solle mal einen Brief des Neuen Testaments in einer neuen Übersetzung (z. B. „Gute Nachricht“*) so lesen, als ob er für den Leser selbst geschrieben worden sei!

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(* Anmerkung der Redaktion)